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Wolf - Fabrik des Jahres 2011 in der Kategorie "Hervorragende Montage"...

...befand der hochkarätige Beirat des härtesten und traditionsreichsten deutschen Benchmark-Wettbewerbs für die verarbeitende Industrie.

Durch eine extrem flexible Montage mit einer flexiblen Mannschaft siegte das Mainburger Werk von Wolf Heiztechnik in der Kategorie ‚Hervorragende Montage‘.
Durch kontinuierliche Verbesserung und laufende Umgestaltung der Arbeitsplätze realisierte die Werksleitung jährliche Kostenreduzierungen
von 5 %.

Die Fabrik des Jahres/GEO wird von der Fachzeitung Produktion und der Unternehmensberatung A.T. Kearney veranstaltet.


Interview mit Herrn Amann zu "Fabrik des Jahres"


Christian Amann,
Geschäftsführer Produktion und IT, Wolf GmbH 

Herr Amann, Sie sind bei Wolf zuständig für das Werk am Produktionsstandort Mainburg. Seit 2002 hat sich das Unter­nehmen als Systemanbieter ganz neu aufgestellt. Welche Konsequenzen hatte das für die betrieblichen Abläufe? 
 

Wir stellten fest, dass das damalige Produktions- und Logis­tikkonzept der ständigen Erweiterung unserer Sortimentspa­lette nicht gewachsen war. Wir hatten zum Beispiel den An­spruch, unseren Kunden schnelle Lieferzeiten zu garantieren, konnten aber aus Kapazitätsgründen gar nicht alle Produktva­rianten vorhalten. Das war der Impuls für die konsequente Umsetzung eines neuen Systems mit geringeren Beständen sowie einer Reduzierung der Durchlaufzeiten, aber auch der Beschaffungskosten. Außerdem offenbarte der Systemge­danke, dass die noch recht handwerklich orientierten Produk­tionsabläufe im Klima- und Lüftungsbereich der bereits fortge­schritteneren Heizungsproduktion angeglichen werden muss­ten. Um eine optimale Auslastung zu erzielen, war darüber hinaus mehr Flexibilität in der Personalplanung erforderlich.

Schaut man sich die Kennzahlen von Wolf an, dann fällt auf, dass der Umsatz seit der Neuausrichtung in 2002 von rund 190 auf 292 Mio. Euro in 2010 gestiegen ist, und zwar bei stets nahezu konstanter Mitarbeiterzahl. Welchen Anteil haben daran die Optimierungen in der Werkslogistik?

Im Rückblick ist dieser Beitrag zur wirtschaftlichen Entwick­lung enorm. Die Werkslogistik ist letztlich das Herz des Wolf-Produktionssystem WPS, für das Wolf ja jetzt mit dem Katego­rie-Sieg „Hervorragende Montage“ im Wettbewerb „Fabrik des Jahres 2011“ ausgezeichnet wurde. Immerhin zeigen un­sere Kennzahlen, dass sich seit der Einführung dieses Sys­tems bei einer effektiven Halbierung des Bestands die Liefer­fähigkeit gleichzeitig von ca. 93 auf nahezu 100 Prozent verbessert hat. Einen großen Anteil an den Verbesserungen hat natürlich auch die hohe Motivation unserer Mitarbeiter so­wie deren Ehrgeiz, die Abläufe kontinuierlich zu verbessern.

Bei der Klimatechnik sind Sie Marktführer in Europa. Dort geht es allerdings vielfach um Großanlagen im Objektbereich, die stark vom Konjunkturverlauf und der Investitionsbereitschaft abhängig sind. Welche Auswirkungen hatte hier die Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Produktion und die Werksaus­lastung bzw. wie sind Sie dieser Entwicklung entgegengetre­ten?

In unserer Branche hatte die Krise vor allem zur Folge, dass sowohl in Deutschland als auch in großen Exportmärkten wie Russland oder Südeuropa der Absatz einbrach. Gerade das flexible Produktionssystem WPS hat es uns jedoch ermöglicht, die sinkenden Auftragszahlen auszugleichen. So hat uns die­ses System zum Beispiel in die Lage versetzt, Personalteams aus nachfrageschwachen Bereichen in andere, gut laufende Produktlinien wie Heizung und Solartechnik zu versetzen. Zu­dem konnten maßgeschneiderte Arbeitszeitmodelle geschaf­fen werden, die uns erlaubten, auf die Krise nach den spe­ziellen Erfordernissen des Werks zu rea­gieren.

Als Hersteller von Wärmeerzeugern und Systemen für regene­rative Energien ist Ihre Geschäftsentwicklung von vielen unbe­rechenbaren Faktoren wie z. B. der Förderpolitik abhängig. Schaffen Sie es, bei den äußerst schwer zu kalkulierenden Absatzprognosen den Produktionstakt kurzfristig dem Bedarf anzupassen?

Durchaus, weil wir ja praktisch kaum Waren- und Lagerbe­stände haben. Nahezu jedes Produkt wird bei Wolf auftrags­bezogen produziert. Die Voraussetzung dafür ist natürlich ein äußerst durchdachtes Beschaffungs- und Logistiksystem. Dies macht in Verbindung mit dem exakten Personalplanungs­system und unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen das Kalku­lieren wesentlich einfacher. Auf Marktschwankungen können wir deshalb sowohl bei positiven als auch bei negativen Aus­schlägen schnell und angemessen reagieren.

In den Neunziger Jahren wurde die Solarkollektorferti­gung von Wolf ins Ausland verlagert und dann 2003 ins Werk nach Mainburg zurückgeholt. Welche Erfahrungen haben Sie bei diesem Schritt gemacht?

Wir haben seitdem nur gute Erfahrungen gemacht. Die Produktion wurde in der Zwischen­zeit in mehreren Schritten ausgebaut, so dass wir hier weitere Arbeitsplätze schaffen konnten. Wir fertigen im Solarbereich mit attraktiven Stückzahlen und die hochmoderne Roboter­straße für Kollektoren ist dadurch gut ausgelastet. Die Test­siege für Solarprodukte bei Stiftung Warentest bestätigen, dass die Warenqualität unseren hohen Ansprüchen entspricht und so auch auf dem Markt wahrgenommen wird.

Zum Abschluss: Welchen Stellenwert hat für Sie als Mitglied der Wolf-Geschäftsleitung die Auszeichnung „Fabrik des Jah­res“?

Die Auszeichnung bei diesem Wettbewerb hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Immerhin ist Wolf unter den anderen Siegern in bester Gesellschaft. Das zeigt uns, dass Wolf sich mit großen Konzernen durchaus messen und erfolgreich be­stehen kann. Dass wir in diesem Jahr bei „Fabrik des Jahres“ Kategoriesieger für „Hervorragede Montage“ geworden sind, sehen wir als eine klare Be­stätigung unserer Strategie. Auch die Belegschaft freut sich. Ich gehe davon aus, dass dieser Preis allen Mitarbeitern einen weiteren Motivationsschub geben wird, sich ständig zu verbessern. Ein Unternehmen wie Wolf darf nicht stehen blei­ben, sondern muss kontinuierlich hinterfragen, vergleichen und fortbilden. Nur wenn wir auch weiterhin unsere Ideen in allen Produktions- und Entwicklungsbereichen konsequent umset­zen sowie die Kosten und Abläufe im Griff haben, wer­den wir das für Wolf so wichtige Motto „Made in Germany“ halten kön­nen. Die Standortsicherung und die Arbeitsplatzsi­cherheit am einzigen Wolf-Produktionsstandort in Mainburg zählen nämlich zu den wichtigsten Unternehmenszielen.

Danke.


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